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Grüne Hochzeit Gedichte

Hochzeitskerze - (Hochzeitsgedichte)

Ein tiefer Augenblick
Ein langer Weg ins Glück

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Verfasser unbekannt (Hochzeitsgedichte)
Zur grünen Hochzeit


Unserer schönen Braut zu Ehren
Wollen wir die Gläser leeren
Niemand will dies verwehren
und alle stimmen fröhlich ein:
Die schöne Braut soll glücklich sein!
Die schöne Braut soll glücklich sein!

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Joseph von Eichendorff (Hochzeitsgedichte)
Zur Hochzeit


Was das für ein Gezwitscher ist!
Durch's Blau die Schwalben zucken
Und schrei'n: "sie haben sich geküsst!"
Vom Baum Rotkehlchen gucken.

Der Storch stolziert von Bein zu Bein;
"Da muss ich fischen gehen -"
Der Abend wie im Traum darein
Schaut von den stillen Höhen.

Und wie im Traume von den Höhen
Seh' ich Nachts meiner Liebsten Haus,
Die Wolken darüber gehen
Und löschen die Sterne aus.

Johann Wolfgang von Goethe    (Wünsche Gedichte)
Mädchenwünsche


O fände für mich
Ein Bräutigam sich!
Wie schön ist's nicht da!
Man nennt uns Mama;
Da braucht man zum Nähen,
Zur Schul' nicht zu gehen;
Da kann man befehlen,
hat Mägde, darf schmälen;
Man wählt sich die Kleider;
Nach Gusto den Schneider;
Da lässt man spazieren,
Auf Bälle sich führen,
Und fragt nicht erst lange
Papa und Mama.

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Novalis  (Hochzeitsgedichte)
Walzer


Hinunter die Pfade des Lebens gedreht
Pausiert nicht, ich bitt euch so lang es noch geht
Drückt fester die Mädchen ans klopfende Herz
Ihr wisst ja wie flüchtig ist Jugend und Scherz.

Lasst fern von uns Zanken und Eifersucht sein
Und nimmer die Stunden mit Grillen entweihn
Dem Schutzgeist der Liebe nur gläubig vertraut
Es findet noch jeder gewiss eine Braut.

Grüne Hochzeit Gedichte - Sommergedichte - Herbstgedichte - Weihnachtsgedichte

Joseph von Eichendorff (Hochzeitsgedichte)
Die Braut


Wann die Bäume blüh'n und sprossen
Und die Lerche kehrt zurück,
Denkt die Seele der Genossen,
Fühlet fern' und nahes Glück.

Selig Weinen sel'ger Herzen!
Wenn das Herz nichts weiter will,
Nicht weiß, ob es Lust, ob Schmerzen,
Aber fröhlich ist und still.

Frischer sich die Hügel kränzen,
Heitrer lacht das weite Blau,
Alle Blumen schöner glänzen
Durch des Auges süßen Tau.

Und soll denn das Lieben leiden,
Und, wer leidet, krank auch sein,
Ach, so will ich keine Freuden,
Und mag nicht gesund mehr sein!

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Joseph von Eichendorff (Hochzeitsgedichte)
Der Bräutigam


Von allen Bergen nieder
So fröhlich Grüßen schallt -
Das ist der Frühling wieder,
Der ruft zum grünen Wald!

Ein Liedchen ist erklungen
Herauf zum stillen Schloss -
Dein Liebster hat's gesungen
Der hebt Dich auf sein Ross.

Wir reiten so geschwinde,
Von allen Menschen weit. -
Da rauscht die Luft so linde
In Waldeseinsamkeit.

Wohin? Im Mondenschimmer
So bleich der Wald schon steht. -
Leis rauscht die Nacht - frag' nimmer,
Wo Lieb' zu Ende geht!

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Clemens Brentano (Hochzeitsgedichte)
Brautgesang


Komm heraus, komm heraus, o du schöne, schöne Braut,
Deine guten Tage sind nun alle, alle aus.
Dein Schleierlein weht so feucht und tränenschwer,
Oh, wie weinet die schöne Braut so sehr!
Musst die Mägdlein lassen stehn,
Musst nun zu den Frauen gehn.

Lege an, lege an heut auf kurze, kurze Zeit
Dein Seidenröslein, dein reiches Brautgeschmeid.
Dein Schleierlein weht so feucht und tränenschwer,
Oh, wie weinet die schöne Braut so sehr!
Musst die Zöpflein schließen ein
Unterm goldnen Häubelein.

Lache nicht, lache nicht, deine Gold- und Perlenschuh
Werden dich schön drücken, sind eng genug dazu.
Dein Schleierlein weht so feucht und tränenschwer,
Oh, wie weinet die schöne Braut so sehr!
Wenn die andern tanzen gehn,
Musst du bei der Wiege stehn.

Winke nur, winke nur, sind gar leichte, leichte Wink′
Bis den Finger drücket der goldne Treuering.
Dein Schleierlein weht so feucht und tränenschwer,
Oh, wie weinet die schöne Braut so sehr!
Ringlein sehn heute lieblich aus,
Morgen werden Fesseln draus.

Springe heut, springe heut deinen letzten, letzten Tanz.
Welken erst die Rosen, stechen Dornen in dem Kranz.
Dein Schleierlein weht so feucht und tränenschwer,
Oh, wie weinet die schöne Braut so sehr!
Musst die Blümlein lassen stehn,
Musst nun auf den Acker gehn.

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Gotthold Ephraim Lessing (Hochzeitsgedichte)
Das Muster der Ehen


Ein rares Beispiel will ich singen,
Wobei die Welt erstaunen wird.
Dass alle Ehen Zwietracht bringen,
Glaubt jeder, aber jeder irrt.

Ich sah das Muster aller Ehen,
Still, wie die stillste Sommernacht.
O! dass sie keiner möge sehen,
Der mich zum frechen Lügner macht!

Und gleichwohl war die Frau kein Engel,
Und der Gemahl kein Heiliger;
Es hatte jedes seine Mängel.
Denn niemand ist von allen leer.

Doch sollte mich ein Spötter fragen,
Wie diese Wunder möglich sind?
Der lasse sich zur Antwort sagen:
Der Mann war taub, die Frau war blind.

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Adelbert von Chamisso (Hochzeitsgedichte)
Die Braut.


Wie wohlgefällig hat auf mir
Des teuern Vaters Auge geruht!
Wie sprach der stumme Blick doch schier:
Bist meine Lust, ich bin dir gut.

Wie hat die Mutter früh und spat
Für mich sich bemühet so liebereich!
Und was sie geschäftig auch alles tat,
Wie war ihr Segen auf mir zugleich.

Wie sehen die lieben Schwestern mich
So trauernd scheiden aus ihrer Zahl,
Die, feuchten Auges, heute für dich
Mich noch geschmückt zum letzten Mal!

Wie glücklich war ich im Mutterhaus!
Wie haben alle mich doch geliebt!
Und dir, Geliebter, folg' ich hinaus,
Dich hab' ich mehr als alle geliebt.
Ich werde, Geliebter, dir untertan,
Und werde dir dienen in treuer Pflicht.
Was ich verlassen, was ich getan
Für dich, du Guter, vergiss es nicht.

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