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Engel Gedichte - Übersicht

 

Dichter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z
Themen: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

 

Mehr Gedichte über Engel...

 

Friedrich Rückert (Engel Gedichte)

Engel umschweben uns

 

Engel umschweben uns,
Wo wir auch gehn,
Engel umgeben uns,
Wie wir uns drehn.

Doch wir erkennen sie
Nicht in dem Licht, 
Und zu benennen sie
Wissen wir nicht.

Selber zu blenden uns
Scheinet der Glanz,
Wir von ihm wenden uns
Halb oder ganz.

Aber nun haben wir
Engel ein Paar,
Denen ja gaben wir
Namen fürwahr.

Und nicht vergaßen wir:
Wirklich einmal 
Selber besaßen wir
Leiblich den Strahl.

Sollten wir wenden uns
Ab von dem Glanz?
Sollten verblenden uns
Halb oder ganz?

Nein!  wir erkennen euch
Freudig im Licht,
Und zu benennen euch
Zweifeln wir nicht.

Lächelnd ihr gebet uns
Wohl zu verstehn,
Dass ihr umschwebet uns,
Wo wir auch gehn. 

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Die schönsten Märchen in den Märchen-Welten.

 

 

Achim von Arnim (Engel Gedichte)

Abendgebet

 

Abends wenn ich schlafen geh,
Vierzehn Engel bei mir stehn, 
Zwei zu meiner Rechten, 
Zwei zu meiner Linken,
Zwei zu meinen Häupten,   
Zwei zu meinen Füssen,
Zwei die mich decken,
Zwei die mich wecken,  
Zwei die mich weisen, 
In das himmlische Paradieschen. 

 

(Schreibweise angepasst)

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Rainer Maria Rilke (Engel Gedichte)  

Der Engel

 

Mit einem Neigen seiner Stirne weist 
er weit von sich was einschränkt und verpflichtet;
denn durch sein Herz geht riesig aufgerichtet
das ewig Kommende das kreist.  
Die tiefen Himmel stehn ihm voll Gestalten,
und jede kann ihm rufen: komm, erkenn -,
gib seinen leichten Händen nichts zu halten
aus deinem Lastenden.  Sie kämen denn
bei Nacht zu dir,  dich ringender zu prüfen,
und gingen wie Erzürnte durch das Haus
und griffen dich als ob sie dich erschüfen 
und brächen dich aus deiner Form heraus.

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Christian Morgenstern  (Engel Gedichte)

Der Engel

 

Wo bist du hin? Noch eben warst du da -
Was wandtest du dich wieder abwärts, wehe,
nach jenem Leben, das ich nicht verstehe,
und warst mir jüngst doch noch so innig nah.

Ich soll hinab mit dir in deine Welt,
aus der die Schauer der Verwesung hauchen,
ins Reich des Todes soll ich mit dir tauchen,
das wie ein Leichnam fort und fort zerfällt?

Wohl gibt es meinesgleichen, eingeweiht
in eure fürchterlichen Daseinsstufen...
Doch ich bin's nicht. Nur wie verworrnes Rufen
erschreckt das Wort mich Eurer Zeitlichkeit.

Lass mich mein Haupt verhüllen, bis du neu
mir wiederkehrst, so rein, wie ich dich liebe,
von nichts erfüllt als süßem Geistestriebe
und deinem Urbild wieder strahlend treu.

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Rainer Maria Rilke (Engel Gedichte)  

Engel

 

Sie haben alle müde Münde
und helle Seelen ohne Saum.
Und eine Sehnsucht  (wie nach Sünde)
geht ihnen manchmal durch den Traum.
    
Fast gleichen sie einander alle;
in Gottes Gärten schweigen sie,
wie viele,  viele Intervalle 
in seiner Macht und Melodie.
    
Nur wenn sie ihre Flügel breiten,
sind sie die Wecker eines Winds:   
als ginge Gott mit seinen weiten
Bildhauerhänden durch die Seiten               
im dunklen Buch des Anbeginns.

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Friedrich Rückert (Rätsel und Raten Gedichte)

Du warst mein lieber Engel

    

Du warst mein lieber Engel,
Was bist du mir entwichen?
Mein blühnder Rosenstengel,
Was bist du mir erblichen?
    
Du bist mir nicht erblichen,
Mein blühnder Rosenstengel,  
Du bist mir nicht entwichen,
Und bist erst recht mein Engel.

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Annette von Droste-Hülshoff  (Gedichte Tod, Engel Gedichte)

Der Todesengel

's gibt eine Sage, dass wenn plötzlich matt
Unheimlich Schaudern einen übergleite,
Dass dann ob seiner künft'gen Grabesstatt
Der Todesengel schreite.

Ich hörte sie, und malte mir ein Bild
Mit Trauerlocken, mondbeglänzter Stirne,
So schaurig schön, wie's wohl zuweilen quillt
Im schwimmenden Gehirne.  

In seiner Hand sah ich den Ebenstab
Mit leisem Strich des Bettes Lage messen,
-  So weit das Haupt  -  so weit der Fuß  -  hinab!
Verschüttet und vergessen!

Mich graute,  doch ich sprach dem Grauen Hohn,
Ich hielt das Bild in Reimes Netz gefangen,
Und frevelnd wagt'  ich aus der Totenkron'
Ein Lorbeerblatt zu langen.

O, manche Stunde denk'  ich jetzt daran,
Fühl'  ich mein Blut so matt und stockend schleichen,
Schaut aus dem Spiegel mich ein Antlitz an  -
Ich mag es nicht vergleichen;  -

Als ich zuerst dich auf dem Friedhof fand,
Tiefsinnig um die Monumente streifend,
Den schwarzen Ebenstab in deiner Hand
Entlang die Hügel schleifen. 

Als du das Auge hobst,  so scharf und nah,
Ein leises Schaudern plötzlich mich befangen,
O wohl,  wohl ist der Todesengel da
Über mein Grab gegangen!

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Emanuel Geibel   (Abschiedsgedichte, Gedichte und Abschied)

Abschied

 

Leb wohl,  leb wohl,  mein Kind,  und keine Klage!
Noch einen Kuss,  noch eine Neige Wein!
So licht und freundlich waren diese Tage,
Lass freundlich auch den Abschied sein.    
    
Sieh,  wenn hinab zu südlich fernen Borden
Im langen Wanderzug der Kranich schwirrt,
Begleitet ihn ein Traum vom grünen Norden, 
Er spürt es,  dass er wiederkehren wird.
    
So wird auch uns von unserm kurzen Glücke
Ein Schimmer fort und fort im Herzen stehn,
Und treu Gedenken sei die goldne Brücke
Vom Scheidegruß zum Wiedersehn.

    

(Schreibweise angepasst)

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Emanuel Geibel  (Engel Gedichte)  

Die beiden Engel

 

O kennst du,  Herz,  die beiden Schwesterengel,
Herabgestiegen aus dem Himmelreich:  
Stillsegnend Freundschaft mit dem Lilienstengel,
Entzündend Liebe mit dem Rosenzweig?

Schwarzlockig ist die Liebe, feurig glühend,
Schön wie der Lenz, der hastig sprossen will;
Die Freundschaft blond,  in sanftern Farben blühend,
Und wie die Sommernacht so mild und still; 

Die Lieb'; ein brausend Meer,  wo im Gewimmel
Vieltausendfältig Wog' an Woge schlägt; 
Freundschaft ein tiefer Bergsee, der den Himmel
Klar widerspiegelnd in den Fluten trägt.

Die Liebe bricht herein wie Wetterblitzen,
Die Freundschaft kommt wie dämmernd Mondenlicht;
Die Liebe will erwerben und besitzen, 
Die Freundschaft opfert,  doch sie fordert nicht.

Doch dreimal selig,  dreimal hoch zu preisen
Das Herz,  wo beide freundlich eingekehrt,
Und wo die Glut der Rose nicht dem leisen,
Geheimnisvollen Blühn der Lilie wehrt.  

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Rainer Maria Rilke (Engel Gedichte)  

Ach aus eines Engels Fühlung falle

 

Ach aus eines Engels Fühlung falle 
Schein in dieses auf einem Mond
drin mein Herz,  stillringende Koralle,
seine jüngsten Zweigungen bewohnt. 

Not,  mir von unkenntlichem Vorüber
zugefügte,  bleibt mir ungewiss,
Strömung zögert,  Strömung drängt hinüber,
Tiefe wirkt und Hindernis.

Aus dem starren fühllos Alten drehn
sich Geschöpfe,  plötzlich auserlesen,  
und das ewig Stumme aller Wesen
überstürzt ein dröhnendes Geschehn.

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Christian Morgenstern   (Wintergedichte)

Winternacht


Es war einmal eine Glocke,
die machte baum,  baum.
Und es war einmal eine Flocke,
die fiel dazu wie im Traum.

Die fiel dazu wie im Traum....
Die sank so leis hernieder
wie ein Stück Engleingefieder
aus dem silbernen Sternenraum.

Es war einmal eine Glocke,
die machte baum,  baum.
Und dazu fiel eine Flocke,
so leise wie im Traum.

So leis als wie ein Traum.
Und als vieltausend gefallen leis,
da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.


Da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.

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 Bewertung ****** aktualisiert 10.05.2012 >>Sende dein Gedicht ein<<

 

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