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Abschiedsgedichte - Übersicht

 

Dichter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z
Themen: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

 

 

Wilhelm Busch  (Abschied Gedichte)

Abschied

 
Die Bäume hören auf zu blühn,
Mein Schatz will in die Fremde ziehn;
Mein Schatz,  der sprach ein bittres Wort:
Du bleibst nun hier,  aber ich muss fort.

Leb wohl, mein Schatz,  ich bleib dir treu,
Wo du auch bist,  wo ich auch sei.
Bei Regen und bei Sonnenschein,
Solang ich lebe,  gedenk ich dein.

Solang ich lebe,  lieb ich dich,
Und wenn ich sterbe,  bet für mich,
Und wenn du kommst zu meinem Grab,
So denk,  dass ich dich geliebet hab.

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Emanuel Geibel   (Abschiedsgedichte, Gedichte und Abschied)

Abschied

 

Leb wohl,  leb wohl,  mein Kind,  und keine Klage!
Noch einen Kuss,  noch eine Neige Wein!
So licht und freundlich waren diese Tage,
Lass freundlich auch den Abschied sein.    
    
Sieh,  wenn hinab zu südlich fernen Borden
Im langen Wanderzug der Kranich schwirrt,
Begleitet ihn ein Traum vom grünen Norden, 
Er spürt es,  dass er wiederkehren wird.
    
So wird auch uns von unserm kurzen Glücke
Ein Schimmer fort und fort im Herzen stehn,
Und treu Gedenken sei die goldne Brücke
Vom Scheidegruß zum Wiedersehn.

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Rainer Maria Rilke  (Abschiedsgedichte)

Abschied

 

Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.
Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes
grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,
das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,
zurückblieb, so als wärens alle Frauen
und dennoch klein und weiß und nichts als dies:

Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,
ein leise Weiterwinkendes-, schon kaum
erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,
von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.

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Johann Wolfgang von Goethe (Abschied Gedichte)

Der Abschied


Lass mein Aug den Abschied sagen,
Den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
Und ich bin doch sonst ein Mann.

Traurig wird in dieser Stunde
Selbst der Liebe süßstes Pfand,
Kalt der Kuss von deinem Munde,
Matt der Druck von deiner Hand.

Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,
O wie hat es mich entzückt!
So erfreuet uns ein Veilchen,
Das man früh im März gepflückt.

Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,
Keine Rose mehr für dich.
Frühling ist es, liebes Fränzchen,
Aber leider Herbst für mich!

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Theodor Storm (Abschiedsgedichte, Gedichte und Abschied)

Abschied

 

Was zu glücklich,  um zu leben,
Was zu scheu,  um Klang zu geben,
Was zu lieblich zum Entstehen,
Was geboren zum Vergehen,

 

Was die Monde nimmer bieten,
Rosen aus verwelkten Blüten,
Tränen dann aus jungem Leide
Und ein Klang verlorner Freude.

 

Du weißt es,  alle,  die da sterben
Und die für immer scheiden gehn,
Die müssen,  wär's auch zum Verderben,
Die Wahrheit ohne Hehl gestehn.

 

So leg ich's  denn in deine Hände,
Was immer mir das Herz bewegt;
Es ist die letzte Blumenspende,
Auf ein geliebtes Grab gelegt. 

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Johann Wolfgang von Goethe (Abschiedsgedichte)

Abschied

 

Zu lieblich ist's, ein Wort zu brechen,
Zu schwer die wohlerkannte Pflicht,
Und leider kann man nichts versprechen,
Was unserm Herzen widerspricht.

 

Du übst die alten Zauberlieder,
Du lockst ihn, der kaum ruhig war,
Zum Schaukelkahn der süßen Torheit wieder,
Erneust, verdoppelst die Gefahr.

 

Was suchst du mir dich zu verstecken!
Sei offen, flieh nicht meinem Blick!
Früh oder spät musst' ich's entdecken,
Und hier hast du dein Wort zurück.

 

Was ich gesollt, hab' ich vollendet;
Durch mich sei dir von nun an nichts verwehrt;
Allein, verzeih dem Freund, der sich nun von dir wendet
Und still in sich zurücke kehrt.

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Charlotte von Ahlefeld (Abschiedsgedichte)

Beim Abschied

    

Wirst Du in der Ferne mein gedenken, 
Wenn die Welt geräuschvoll Dich zerstreut?
Wirst Du oft mir stille Stunden schenken,  
Der Erinnrung unsres Glücks geweiht?
    
Wird kein neues Band mir Dein Vertrauen,
Keines Deine
Liebe mir entziehn?  
Kann ich ganz auf Deine
Treue bauen,
O so nimm mein Herz auf ewig hin!
    
Immer bleibt es zärtlich Dir ergeben,
Auch wenn nie mein Blick Dich wiedersieht.
Wenn getrennt von Dir mein trübes Leben
Wie ein Seufzerhauch vorüber flieht.
    
Ach so viele heucheln nur Gefühle
Einer nie gekannten Innigkeit; 
Und in dem zerstreuenden Gewühle
Endet schnell der Schwur der Ewigkeit.
    
Darum will ich nicht Dir Treue schwören,
Aber fest und liebend halt'  ich sie,
Und die Zukunft soll Dir ewig lehren
Deiner Freundin Herz vergisst Dich nie.

 

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Gotthold Ephraim Lessing  (Abschiedsgedichte)

Abschied eines Freundes

 

Schon hast du,  Freund,  der letzten letzte Küsse
Auf nasse Wangen uns gedrückt; 
Schon schon,  beim Zaudern unentschlossner Füße,
Den schnellen Geist vorweg geschickt.

Für uns dahin!  Doch nein, dem Arm entführet,
Wirst du dem Herzen nicht entführt.
Dies Herz,  o Freund,  einmal von dir gerühret,
Bleibt ewig, trau! von dir gerührt.

Erwarte nicht ein täuschend Wortgepränge,
Für unsre Freundschaft viel zu klein.
Empfindung hasst der Reime kalte Menge,
Und wünscht unausposaunt zu sein. 

Ein feuchter Blick sind ihre Zaubertöne;
Ein schlagend Herz ihr rührend Lied.
Sie schweigt beredt,  sie stockt, sie stammelt schöne,
Ums stärkre Wort umsonst bemüht.

Es winken dir beneidenswerte Fluren,
Nur unsers Neides minder wert.
Zieh hin! und find auch da der Vorsicht goldne Spuren,
Um dich besorgt,  von dir verehrt.

Dort herrscht die Ruh,  dort ist der Lärm vergangen,
Der hier noch Musen stören darf,
Seit Pallas gern,  auf Friederichs Verlangen,
Die spitze Lanze von sich warf.

 

Abschied eines Freundes

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Clemens Brentano  (Abschiedsgedichte, Gedichte und Abschied)

Abschied vom Rhein

 

Nun gute Nacht!  mein Leben,
Du alter, treuer Rhein. 
Deine Wellen schweben
Klar im Sternenschein
Die Welt ist rings entschlafen,
Es singt den Wolkenschafen
Der Mond ein Lied.

 

Der Schiffer schläft im Nachen
Und träumet von dem Meer;
Du aber,  Du musst wachen
Und trägst das Schiff einher.
Du führst ein freies Leben,
Durchtanzest bei den Reben
Die ernste Nacht.

 

Wer dich gesehen, lernt lachen;
Du bist so freudenreich,  
Du labst das Herz der Schwachen
Und machst den Armen reich.
Du spiegelst hohe Schlösser
Und füllest große Fässer
Mit edlem Wein.

 

Auch manchen lehrst du weinen.
Dem du sein Lieb entführt;
Gott wolle die vereinen,
Die solche Sehnsucht rührt:
Sie irren in den Hainen,
Und von den Echosteinen
Erschallt ihr Weh.

 

Und manchen lehret beten
Dein tiefster Felsengrund;
Wer dich im Zorn betreten,
Den ziehst du in den Schlund:
Wo deine Strudel brausen,
Wo deine Wirbel sausen,
Da beten sie.

 

Mich aber lehrst du singen:
Wenn dich mein Aug ersieht,
eine freudeselig Klingen
Mir durch den Busen zieht;
Treib fromm mir meine Mühle,
Jetzt scheid ich in der Kühle
Und schlummre ein.

 

Ihr lieben Sterne, decket
Mir meinen Vater zu.
Bis mich die Sonne wecket,
Bis dahin mahle du:
Wird's gut, will ich dich preisen,
Dann sing in höhern Weisen
Ich dir ein Lied.

 

Nun werf ich dir zum Spiele
Den Kranz in deine Flut:
Trag ihn zu seinem Ziele,
Wo dieser Tag auch ruht.
Gut Nacht, ich muss  mich wenden,
Muss nun mein Singen enden,
Gut Nacht, mein Rhein!

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Theodor Storm (Abschiedsgedichte, Gedichte und Abschied)

Abschied

 

Kein Wort,  auch nicht das kleinste,  kann ich sagen,
Wozu das Herz den vollen Schlag verwehrt;
Die Stunde drängt,  gerüstet steht der Wagen,
Es ist die Fahrt der Heimat abgekehrt.

 

Geht immerhin  -  denn eure Tat ist euer  -
Und widerruft,  was einst das Herz gebot;
Und kauft,  wenn dieser Preis euch nicht zu teuer,
Dafür euch in der Heimat euer Brot!

 

Ich aber kann des Landes nicht, des eignen,
In Schmerz verstummte Klagen missverstehn;
Ich kann die stillen Gräber nicht verleugnen,
Wie tief sie jetzt in Unkraut auch vergehn.  - 

 

Du,  deren zarte Augen mich befragen  -
Der dich mir gab,  gesegnet sei der Tag!
Lass nur dein Herz an meinem Herzen schlagen,
Und zage nicht!  Es ist derselbe Schlag.

 

Es strömt die Luft  -  die Knaben stehn und lauschen,
Vom Strand herüber dringt ein Möwenschrei;
Das ist die Flut!  Das ist des Meeres Rauschen!
Ihr kennt es wohl;  wir waren oft dabei.

 

Von meinem Arm in dieser letzten Stunde
Blickt einmal noch ins weite Land hinaus,  
Und merkt es wohl,  es steht auf diesem Grunde,
Wo wir auch weilen,  unser Vaterhaus.

 

Wir scheiden jetzt, bis dieser Zeit Beschwerde
Ein andrer Tag,  ein besserer,  gesühnt;
Denn Raum ist auf der heimatlichen Erde
Für Fremde nur und was den Fremden dient.

 

Doch ist's das flehendste von den Gebeten
Ihr mögt dereinst,  wenn mir es nicht vergönnt,
Mit festem Fuß auf diese Scholle treten, 
Von der sich jetzt mein heißes Auge trennt!  -

 

Und du,  mein Kind,  mein jüngstes, dessen Wiege
Auch noch auf diesem teuren Boden stand,
Hör mich!  -  denn alles andere ist Lüge -
Kein Mann gedeihet ohne Vaterland!

 

Kannst du den Sinn, den diese Worte führen, 
Mit deiner Kinderseele nicht verstehn,
So soll es wie ein Schauer dich berühren  
Und wie ein Pulsschlag in dein Leben gehn!

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Theodor Fontane  (Abschiedsgedichte)

Am Jahrestag

 

Heut ist’s ein Jahr,  dass man hinaus dich trug,
Hin durch die Gasse ging der lange Zug,
Die
Sonne schien,  es schwiegen Hast und Lärmen,
Die Tauben stiegen auf in ganzen Schwärmen.
Und rings der Felder
herbstlich buntes Kleid,
Es nahm dem Kummerzuge fast sein Leid,
Ein Flüstern klang mit ein in den Choral,
Nun aber schwieg’s,  -  wir hielten am Portal.

 

Der Zug bog ein,  da war das frische Grab,
Wir nächsten beide sahen still hinab,
Der Geistliche,  des Tages letztes Licht
Umleuchtete sein freundlich ernst Gesicht,
Und als er nun die Abschiedsworte sprach,
Da sank der
Sarg und Blumen fielen nach,
Spätrosen,  rot und weiße, weiße Malven
Und mit den Blumen fielen die drei Salven.

 

Das klang so frisch in unser Ohr und Herz,
Hinschwand das Leid uns,  aller Gram und Schmerz,
Das Leben,  war dir’s wenig, war dir’s viel?
Ich weiß das eine nur, du bist am Ziel,
In
Blumen durftest du gebettet werden,
Du hast die Ruh nun,  Erde wird zu Erden,
Und kommt die Stund’ uns,  dir uns anzureihn,
So lass die Stunde, 
Gott,  wie diese sein.

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Hoffmann von Fallersleben (Abschiedsgedichte)

Winters Abschied

    

Winter,  ade!
Scheiden tut weh.
Aber dein Scheiden macht,
Dass jetzt mein Herze lacht.
Winter,  ade!
Scheiden tut weh.
    
Winter, ade!
Scheiden tut weh.
Gerne vergess'  ich dein,
Kannst immer ferne sein.
Winter,  ade!
Scheiden tut weh.
    
Winter,  ade!
Scheiden tut weh.
Gehst du nicht bald nach Haus,
Lacht dich der Kuckuck aus.
Winter,  ade! 
Scheiden tut weh.

top


Joseph von Eichendorff  (Abschiedsgedichte)

Liebe, wunderschönes Leben

 

Liebe, wunderschönes Leben,
Willst  du wieder mich verführen,
Soll ich wieder Abschied geben
Fleißig ruhigem Studieren?

    

Offen stehen Fenster, Türen,
Draußen Frühlingsboten schweben,
Lerchen schwirrend sich erheben,
Echo will im Wald sich rühren.

    

Wohl, da hilft kein Widerstreben,
Tief im Herzen muss ich's spüren:
Liebe, wunderschönes Leben,
Wieder wirst du mich verführen!

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Levrai  (Gedichte über Abschied)

Zeiten

 

Allemal sind sie geliehen

unsere Zeiten

die unsichtbar über den Himmel

gekrümmt durch das Rote des Horizonts

sich unsrer Sinne bemächtigen

in unseren Seelen nisten

 

Zieh aus die zerfetzte Haut

in den Baum gehängt zum Trocken

dass letztes Wasser nur die Sonne nährt

 

Jeder Abschied von der Zeit

verliert den weiten Raum

in Armen halten, was sonst rasch zerfällt

 

halt du fest, erstick dir das Geliebte

reicht dir den Kaffee mit bläulichem Gesicht

erinnerst dich

bereite aus dem Mahl des Tages

den Abschied

deiner Liebe

 

Geliehenes gab ich zurück

zerkratzt der Einband

geknickt die gelben Seiten

aus dem Licht erhellter Zeiten

warf mir der Schatten schwach

mein Bild zurück

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Friedrich Rückert  (Abschiedsgedichte)

Aus der Jugendzeit

 

Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit
Klingt ein Lied mir immerdar;
O wie liegt so weit, o wie liegt so weit,
Was mein einst war!

Was die Schwalbe sang, was die Schwalbe sang,
Die den Herbst und Frühling bringt;
Ob das Dorf entlang, ob das Dorf entlang,
Das jetzt noch klingt?

"Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
Waren Kisten und Kasten schwer;
Als ich wieder kam, als ich wieder kam,
War alles leer."

O du Kindermund, o du Kindermund,
Unbewusster Weisheit froh,
Vogelsprachekund, vogelsprachekund
Wie Salomo!

O du Heimatflur, o du Heimatflur,
Lass zu deinem heil'gen Raum
Mich noch einmal nur, mich noch einmal nur
Entfliehn im Traum!

Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
War mir voll die Welt so sehr,
Als ich wieder kam, als ich wieder kam,
War alles leer.

Wohl die Schwalbe kehrt, wohl die Schwalbe kehrt,
Und der leere Kasten schwoll,
Ist das Herz geleert, ist das Herz geleert,
Wird's nie mehr voll.

Keine Schwalbe bringt, keine Schwalbe bringt
Dir zurück, wonach du weinst;
Doch die Schwalbe singt, doch die Schwalbe singt
Im Dorf wie einst:

"Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
Waren Kisten und Kasten schwer;
Als ich wieder kam, als ich wieder kam,
War alles leer."

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Johann Wolfgang von Goethe  (Abschied)

An Behrisch
 

Du gehst! Ich murre.

Geh!  Lass mich murren.
Ehrlicher Mann
Fliehe dies Land.
Tote Sümpfe,
Dumpfe Oktobernebel
Verweben ihre Ausflüsse
Hier unzertrennlich.

Gebärort
Schädlicher Insekten,
Mörderhülle
Ihrer Bosheit.

Am schilfigten Ufer
Liegt die wollüstige
Flammengezüngte Schlange,
Gestreichelt vom Sonnenstrahl.

Fliehe sanfte Nachtgänge
In der Mondendämmerung,
Dort halten zuckende Kröten
Zusammenkünfte an Kreuzwegen.

Schaden sie nicht, 
Werden sie schrecken.
Ehrlicher Mann,   
Fliehe das Land!

II.
Sei gefühllos! 
Ein leichtbewegtes Herz
Ist ein elend Gut 
Auf der wankenden Erde.
Behrisch, des Frühlings Lächeln
Erheitre deine Stirne nie;  
Nie trübt sie dann mit Verdruss
Des Winters stürmischer Ernst.

Lehne dich nie an des Mädchens 
Sorgenverwiegende Brust, 
Nie auf des Freundes
Elendtragenden Arm.

Schon versammelt
Von seiner Klippenwarte
Der Neid auf dich 
Den ganzen luchsgleichen Blick.

Dehnt die Klauen,  
Stürzt und schlägt
Hinterlistig sie 
Dir in die Schultern.

Stark sind die magern Arme,
Wie Pantherarme;
Er schüttelt dich  
Und reißt dich los.

Tod ist Trennung,
Dreifacher Tod
Trennung ohne Hoffnung
Wiederzusehn.

Gerne verließest du
Dieses gehasste Land,
Hielte dich nicht Freundschaft
Mit Blumenfesseln an mir.

Zerreiß sie!  Ich klage nicht.
Kein edler Freund
Hält den Mitgefangenen,
Der fliehn kann,  zurück.

Der Gedanke 
Von des Freundes Freiheit
Ist ihm Freiheit
Im Kerker.

Du gehst, ich bleibe.
Aber schon drehn  
Des letzten Jahrs Flügelspeichen
Sich um die rauschende Achse.

Ich zähle die Schläge 
Des donnernden Rads, 
Segne den letzten,
Da springen die Riegel,  frei bin ich wie du!

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