Dichter:

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

Themen:

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Erste Liebe Gedichte

C. Roselli   (erste Liebe Gedichte)
Sieh mich doch an


Sieh mich doch an
Schau nicht weg

Geh nicht an mir vorbei
Hat keinen Zweck

Komm her zu mir
Bleib bei mir stehen

Nur ein Mal die Augen sehen
Nur ein Mal zu spürn
Wie's wär
Nicht zu schwer

Dreh dich noch mal um
Will noch mehr

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C. Morgenstern    (Liebe Gedichte)
War das die Liebe?


War das die Liebe, die mich gestern streifte,
wie eines seidenen Gewandes Atem
im Dunkel, wie ein windvertragner Duft,
wie Harmonien aus der blauen Nacht,
woher, du weißt es nicht, doch stockt dein Blut
und horcht in die Geheimnisse der Dinge ...
und all dein Wesen flutet zögernd aus,
du fühlst dich wie ein Strom die Welt durchrinnen
und ahnst doch noch ein Mehr - als - diese - Welt,
wie hinter feiner Schleier Wehr noch wartend,
ein Himmelreich voll Blüten, Früchten, Sonnen,
und lächelnd winkt, die dich so sehr gerührt.

C. Morgenstern    (Liebe Gedichte)
Begegnung - Erste Liebe Gedichte

Wir saßen an zwei Tischen - wo? - im All ...
Was Schenke, Stadt, Land, Stern - was tut´ s dazu!
Wir saßen irgendwo im Reich des Lebens ...
Wir saßen an zwei Tischen, hier und dort.

Und meine Seele brannte: Fremdes Mädchen,
wenn ich in deine Augen dichten dürfte -
wenn dieser königliche Mund mich lohnte -
und diese königliche Hand mich krönte -

Und deine Seele brannte: Fremder Jüngling,
wer bist du, dass du mich so tief erregtest -
dass ich die Knie dir umfassen möchte -
und sagen nichts als: Liebster, Liebster, Liebster -!

Und unsre Seelen schlugen fast zusammen.
Doch jeder blieb an seinem starren Tisch -
und stand zuletzt mit denen um ihn auf -
und ging hinaus - und sahn uns nimmermehr.

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Levrai    (Ich liebe dich)
Ich liebe dich


So lang' gewartet
Bis ich dich fand
Und nicht mehr fror

Und so lang' gehungert
Am Lebensrand
Die Zeit vertan

Lange gedurstet
Und lange gesucht
Tag um Tag die Sonne verflucht

Und trotzdem im Dunkeln
Nach allem getastet
Alles, was zu lange lastet

Alles, das mir den Atem stahl
Nächte kalt, Wiesen kahl
Du bist jetzt da und
Ich liebe dich

T. Storm    (Liebe Gedichte)
Lucie


Ich seh sie noch, ihr Büchlein in der Hand,
Nach jener Bank dort an der Gartenwand
Vom Spiel der andern Kinder sich entfernen;
Sie wusste wohl, es mühte sie das Lernen.
Nicht war sie klug, nicht schön; mir aber war
Ihr blass Gesichtchen und ihr blondes Haar,
Mir war es lieb; aus der Erinnrung Düster
Schaut es mich an; wir waren recht Geschwister.
Ihr schmales Bettchen teilte sie mit mir,
Und nächtens Wang an Wange schliefen wir;
Das war so schön! Noch weht ein Kinderfrieden
Mich an aus jenen Zeiten, die geschieden.
Ein Ende kam; - ein Tag, sie wurde krank
Und lag im Fieber viele Wochen lang;
Ein Morgen dann, wo sanft die Winde gingen,
Da ging sie heim; es blühten die Syringen.
Die Sonne schien; ich lief ins Feld hinaus
Und weinte laut; dann kam ich still nach Haus.
Wohl zwanzig Jahr und drüber sind vergangen -
An wie viel anderm hat mein Herz gehangen!
Was hab ich heute denn nach dir gebangt?
Bist du mir nah und hast nach mir verlangt?
Willst du, wie einst nach unsern Kinderspielen,
Mein Knabenhaupt an deinem Herzen fühlen?

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S. Albrecht    (Gedichte Treue)
An Ihn


Bitte an Winde und Wellen

Kommt - o kommt ihr lieben Winde,
Nehmt sein Schiffgen auf die Flügel,
Bringt es über Klippen, über Wellen-Hügel,
Schwellt die Segel - eilt geschwinde
Her ans Ufer, wo sein Liebchen weilt.

Wilde Wellen! werdet stille,
Rauschet wie der Liebe Sehnen,
Bringt ihm, krause Wellen, bringt ihm diese Tränen,
Zittert in der Abendhülle
Lieblich seines blassen Mädchens Bild.

Schläft er schon mit Lerch und Käfer?
Beugt euch flacher, hohe Wogen,
Wiegt ihm Schlummer - Mond! vom hohen Sternenbogen
Blicke segnend meinem Schläfer
Träume unsrer goldnen Hoffnung zu.

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v. Goethe    (Liebeskummer)
Bleibe, bleibe bei mir


Bleibe, bleibe bei mir,
Holder Fremdling, süße Liebe,
Holde süße Liebe,
Und verlasse die Seele nicht!
Ach, wie anders, wie schön
Lebt der Himmel, lebt die Erde,
Ach, wie fühl ich, wie fühl ich
Dieses Leben zum ersten Mal!

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K. Henkell    (Liebe Gedichte)
Jahreszeiten der Liebe


Schamhaft zitternd unter der weißen
Schneedecke züngelt ein Glöckchen vor,
Das die Lichtelfen Liebe heißen -
Wiese steht über Nacht in Flor.

Sommers blühende Kelche schütten
Süßbetörenden Hauches Glut -
Herbst baut glückliche Hochzeitshütten,
Drin die Fülle der Früchte ruht.

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