Sommergedichte

Wer wollte dem Sommer nicht zugestehen, die schönste Jahreszeit zu sein. Die Natur steht in voller Pracht, am Tag flimmert die Hitze, warme Nächte erinnern an südliche Abende mit Wein und guten Gesprächen, einem Sommergedicht und vielleicht auch mit Gedanken an die erste Liebe. Dieses Sommergefühl möchte man gerne in Worte fassen. Eine Auswahl an Sommergedichten folgt nach diesen Zeilen.

Levrai
Sommerluft


Blumen gelb und Blumen rot
Wo das Meer der Halme wogt
Himmel hell und Wolken weiß
Atemleichter Wind weht heiß
Fließt herbei mit Beerenduft
Süße reife Sommerluft

C. Roselli
Sommerherzen


Blüten, grüne Blätter,
Warmer Sommerduft,
Ein Wolkengruß der Ferne.

Drängt,
Was noch mehr wäre,
Dein Lächeln hätt' ich gerne.

Fühlt,
Was da noch wäre,
Statt dünnem Sommergold.

Glüht
Im leeren Herzen und
Weiß nicht, was zu tun.

Levrai
Sommernachmittag


Am ersten warmen Nachtmittag
Saß ich auf meiner Bank.
Weichgrün
Quoll aus Buchenblättern
Die blinzelten ins Sonnenlicht und
Spielten Fangen auf dem Gras.
Dazwischen taumelte
Ein kleiner Schmetterling
Zitronengelb
Der zeigte mir
Dass man nichts suchen muss.

Levrai
Sommer


Für diesen Sommer bitten wir
Um viele lange Schwüle,
Zimt und ein bisschen warmen Wind
Damit am Abend Kühle
Den sorgenfreien Schlaf beschert.

Umschwebt uns zärtlich warm,
Die Morgensonne weckt ganz zart,
Fern blauer Wolkenschwarm,
Der nicht an runden Formen spart.

C. Roselli
Verbunden


Silberner Faden,
Doch sanfte Stille,
Spinnenlist, Sinnenlist.

In Sonnenliebe
Finde Blüten
Und sei ein Schmetterling -
Trink aus deinem Kelch.

Hängt bald an diesem Faden,
Nicht nur für dich gewebt.

Sommergefühle

Mit dem Sommer verbindet man Sonne, Strand, Urlaub und schöne Erlebnisse bei angenehmen Temperaturen. Der Sommerurlaub ist genauso wie die besonderen Augenblicke, Sonnenuntergänge und die wunderschönen Orte immer wieder ein Erlebnis. Gedichte über den Sommer fassen diese unvergesslichen Momente in passende Worte.

Klarent
Kirschen


An diesem starken Kirschenzweig
Stand ich im Frühjahr, zählte Büten,
Der Schäfer noch am Lämmerhüten. -
Es ist schon eine Ewigkeit.

Der Zeig hängt nun von Kirschen voll,
Rot, ganz blank geputzt und wartet
Was dann passiert, was ihr wohl ratet:
Sie schmecken schwer und ganz in Moll.

Klarent
Sommerrosen


Sie ging durch ihren Rosengarten
Die Rosen, rotviolett und wie von Blut
Kann kaum noch auf den Abend warten
Im Herzen bläst der Wind die Glut.

Von Ferne weiße Wolkenbilder
Wie man sie nur träumen kann
Auf Rosenblättern liegt wie Silber
Sonnenschein zerfließt, - zerran.

Levrai
Sommergewitter


Tiefes Schweigen überm Feld,
Wolkentürme stehn am Horizont,
Verstummt das Lied der Lerche,
Spüre - heißen Zorn der Luft.

Gedankenflüge hin zum Himmel,
Der schickt Blitz und Wind
Und wütet, wer kann - weicht.
Flügel des Sturms ermüden,
Dann schweigt die Luft.

C. Roselli
Uferlos


Der Sommer atmet tief,
Dehnt sich.
Mein Herz, es steht ganz still
Und sehnt sich
Uferlos
Im Spiel der tiefen Zeit
Durchwachte Sommernacht,
Bereit.

C. Roselli
Kindersommertag


Ein kleiner bunter Luftballon
Fliegt im Sommer schnell davon,
Fliegt hoch in Wolken,
Die wir schon immer fangen wollten.

Ein kleiner bunter Schmetterling,
fliegt von Kelch zu Kelch,
Fliegt weit in ein fernes Land,
wohin, das ist uns unbekannt.

Den Sommer mögen Kinder gern,
Am Himmel leuchtet schon ein Stern,
Das Kind wird jetzt ins Bett gebracht
Ein lieber Kuss und: Gute Nacht.

Klarent
Sommer, Sonne, Badestrand

Sommer, Sonne, Badestrand,
Zuhause ist das schönste Land,
Wenn's so richtig Sommer ist
Und du mein Schatz ganz bei mir bist.

C. Roselli
Ein Sommer wie dieser


War nicht der Frühling schon wunderschön, bereite
Dich für den Sommer und weite,
Was man vom Horizont sieht,
Das Häuflein der Wolken nach Norden zieht.
Silberne Fäden - Gefühle die schweben,
So brennt und brennt das volle Leben,
So dicht und Gerüche so süß.
Der Sommer, das Leben mich nie fallen ließ.

Levrai
Hauch des Salzwassers


In Salzwiesen deren Raum ich morgens gern betrat
Quoll aus schlüpfrigem Boden Bläschen quirlend
Einen Fuß vor dem anderen gesetzt
Leere Muscheln in die Taschen gerüttelt
- Den Seestern oben quer -
Hob der Hauch des Salzwassers in den offenen Himmel
Und brach das dunkle Brot des Augenblicks
Dem Wasser abgewandter Wind fiel lichtblau über Wiesen

Levrai
Sommer


Taschen voller Kieselsteine
Quallen Seetang
Sonnenwind über hügeligen Weizenfeldern
bis uns nicht nur Blicke banden
übende Zeitflechten wanden
zarte Blätter zwischen uns auf Stellen
die keine Sonne sahen

Clara Roselli
Sommernacht


In dieser lauen Sommernacht
Bin ich im Mondstrahl aufgewacht.
Der lockte mich zum Sternenleuchten
Und lief durchs hohe Gras mit feuchten
Füßen und die Wangen heiß -
Fühlte Dinge, die ich wieder weiß,
Von Herzensglut und Lebensmut.

Levrai
Sommernacht

Warmer Atem überm Land
Kornblütenblau und gelb
Blutrot wacht Mohn am Ackerrand
Und weißgetupft im Feld
Schöne Margeriten
Reinweiße Zungenblüten
Die den Tag behüten.

Levrai
Sommerende


Tautropfen schimmernd im Netz der
pfützenwütigen Nacht
still zittert im Wind
braungrünes Laub

über den Himmel
wächst weißer Faden
das Morgenbild erschaudert
im ersten Licht

Levrai
Schlafversuch

Am Teich eine Decke ausgebreitet
Grashalme erniedrigt
Die Nachbarin aus den Augenwinkeln belauert
Fische beim Ringeln gezählt
Dem Himmel Wolken verschoben
Kondensstreifen befühlt
Blättern beim Rascheln zugesehen
Dem Wellendrängen nachgegeben

Levrai
sommerbleiche


sonne leckte über den horizont
am morgen tropfte leim verletzter reben
mittags dörrte gras
in unzähmbarer sonne
abends ausgeblichen
schlichen säumige glichen
der zerflimmernden scheibe
könige der nacht
erst dann

Klarent
Heimliches Versteck

Hinterm Wäldchen führt ein Pfad
verschlungen um zwei Teiche,
An denen man wohl ruhen mag.

Bis zu der alten Linde,
Drängte es mich weiter
Ein Vorhang nur von Ackerwinde.

Das Herz war wie ein Schmetterling,
Wenn ich dich von weit her sah,
Ein Glück, das nie verging
in diesem Sommerjahr.

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Clara Roselli
Sommerwiese

Sonnengelb im frühen Morgen,
Hornklee nickt dem Löwenzahn und
Hahnenfuß zur Butterblume.

Am Mittag unter heißer Sonne
Grüßt Labraut sanft die Margerite,
Wiesenkerbel zwinkert Wilder Möhre zu.

Die Sonne neigt sich tief zur Erde
dass sie rot- violett und blau bald werde.
Storchschnabel, Glockenblume und Salbei
rufen nun die Nacht herbei.

Levrai
Früher Sommertag

Noch sind nicht alle Blätter entfaltet
Greife dir den strebenden Zweig
Geschwollen warten Knospen
Meinen Tag aufzubrechen
Schwebend über allem
Flirrendes Feld
Hellblau
Heiter