Zuhause-Gedichte
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Stundenfrieden
Stundenfrieden
vor der Hauswand kriechen
Schatten
bis die Sonne verstaubt
bis der
Tag langsam vergraut
verstreutes
Zuhause
Morgen wieder
Ellenbogengesichter

Rainer Maria Rilke
Ich bin zu Hause
Ich bin
zu Hause zwischen Tag und Traum.
Dort wo die Kinder schläfern, heiß vom Hetzen,
dort wo die Alten sich zu Abend setzen,
und Herde glühn und hellen ihren Raum.
Ich bin
zu Hause zwischen Tag und Traum.
Dort wo die Abendglocken klar verlangen
und Mädchen, vom Verhallenden befangen,
sich müde stützen auf den Brunnensaum.
Und eine Linde ist mein Lieblingsbaum;
und alle Sommer, welche in ihr schweigen,
rühren sich wieder in den tausend Zweigen
und wachen wieder zwischen Tag und Traum.

Max Dauthendey (Gedichte
über Zuhause)
Zu Hause
Zu Hause schmolz der Schnee vom Dach
Und munter sprudelt schon der Bach,
Er ward mit Leib und Seele wach.
Leicht hüpft er wie das Nachbarskind,
Und beide singen in den Wind.
– Ich weine mir die Augen blind.
Die Heimat, ach, o Wanderstab,
Die Heimat ich verloren hab.
– Die Fremde ist ein Grab.

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