Traumgedichte und
Gedichte über Träume.
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Sophie Albrecht
(Traum
- Gedichte)
An die Träume
Bunte Kinder schwarzer
Nacht,
Die ihr Lebensmüden
Oft das Leben reizend macht,
Und mit süßem Frieden
Gern den Traurenden
erfreut,
Und dem Hoffnungslosen
Eure Rosenlauben leiht,
Wo ihn Freuden kosen,
Webt aus sanfter Phantasie,
Aus den schönsten Bildern,
Hold wie Engel Melodie,
Wenn sie Himmel schildern -
Ruhig wie des Morgens Gruß,
Wie des Abends Wehen -
Leise, wie der Weste
Kuss,
Wie der Elbe Blähen -
Reizend, wie sein eignes Bild -
Träume meinem Holden;
Liebe, die mein Herz
erfüllt,
Soll den Traum vergolden.

Joachim Ringelnatz
(Gedichte über das Leben)
Psst
Träume deine
Träume in Ruh.
Wenn du niemandem mehr traust,
Schließe die Türen zu,
Auch deine Fenster,
Damit du nichts mehr schaust.
Sei still in deiner Stille,
Wie wenn dich niemand sieht.
Auch was dann geschieht,
Ist nicht dein Wille.
Und im dunkelsten Schatten
Lies das Buch ohne Wort.
Was wir haben, was wir hatten,
Was wir ...
Eines Morgens ist alles fort.

Levrai (Gedichte über
Horoskope)
Horoskope
(Horoskopgedichte)
Für viele ist ein Horoskop nichts wert
Ein Ding, das man halt liest, nicht ehrt.
Doch sanft gelesen ein Genuss,
Und zärtlich wie sanfter
Kuss,
Gibt es uns Hoffnung, mal Verdruss,
Eben etwas, das man lieben muss.
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Rainer Maria
Rilke
(Traum
- Gedichte)
Traumgekrönt
Das war der Tag der weißen Chrysanthemem,
Mir bangte fast vor seiner Pracht...
Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmen
Tief in der Nacht.
Mir war so bang, und du kamst lieb und leise,
Ich hatte grad im Traum an
dich gedacht.
Du kamst, und leis' wie eine Märchenweise
Erklang die Nacht.

Rainer
Maria Rilke (Traum
- Gedichte)
Das Kapitäl
Wie sich aus eines Traumes
Ausgeburten
aufsteigend aus verwirrendem Gequäl
der nächste Tag erhebt: so gehen die Gurten
der Wölbung aus dem wirren Kapitäl
und lassen drin, gedrängt und rätselhaft
verschlungen, flügelschlagende Geschöpfe:
ihr Zögern und das Plötzliche der Köpfe
und jene starken Blätter, deren Saft
wie Jähzorn steigt, sich schließlich überschlagend
in einer schnellen Geste, die sich ballt
und sich heraushält-: alles aufwärtsjagend,
was immer wieder mit dem Dunkel kalt
herunterfällt, wie Regen Sorge tragend
für dieses alten Wachstums Unterhalt.

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