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Alfons Petzold Gedichte

Alfons Petzold: * 24. September 1882 in Wien; † 25. Januar 1923

Alfons Petzold (Sommergedichte)
Sommerliche Nachmittagsstunde


Die Libellen über dem Bach
Sind wie von schwingendem Glas umgeben.
Die Schwalben schweben
Dicht am Boden den taumelnden Fliegen nach.

Durch Busch und Baum
Duftet schwerer die Heumahd herüber;
Unmerklich trüber
Wird der horizontene Saum.

Der flutende Schein
Der Sonne will jähling verfließen
In die fernen, flockigen Wiesen
Fällt Donner ein.

Alfons Petzold (Liebesgedichte)
(Ich bin ein Baum)


Ich bin ein Baum,
meine Blätter wiegen sich in dem Raum,
der weit
umspannt die stille Ewigkeit.

Du bist die Gärtnerin und pflegst die Erde,
dass meinen Blättern Nahrung werde.

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Alfons Petzold (Lustige kurze Liebesgedichte)
Der ewige Becher


Deine Liebe ist ein Becher,
gefüllt mit edlem Wein.
Ich will der ewig trunkne Zecher
sein.

Ich trinke alle Nächte, alle Tage
und halte einsam fröhliche Gelage,
mein Mundschenk ist die Sehnsucht tief in mir
nach dir!

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Alfons Petzold (Liebesgedichte)
Liebeslied


So schön wie du ist die Birke nicht,
aber sie hat doch dein Gesicht,

wenn sie nachts aus dem Dunkel schaut,
ganz von Liebe und Licht betaut.

O wäre ich ein Vogel, in ihrem grünen Haar
würde ich singen die tausend Jahr.

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Alfons Petzold (Liebesgedichte)
Zuweilen werde ich bei dir sein

Zuweilen werde ich bei dir sein,
so still und leise wie ein Duft.
Du siehst ihn nicht, du hörst ihn nicht,
und dennoch küsst er deinen Mund

und weckt dir alle Sehnsucht.
Du wirst nicht wissen, was geschieht,
auf einmal bin ich ganz dein Herz,
auf einmal bin ich ganz dein Lied.

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Alfons Petzold (Wolkengedichte)
Wolke am Abend


Hoch im Himmel, in dem stillen, klaren,
Segelt, scharf von hellem Blau begrenzt,
Eine Wolke, ganz von wunderbaren
Abendlichtern goldig überglänzt.

Einer Insel gleich, die leidentwöhnte,
Ewig frohe Göttermenschen trägt,
Also zieht sie durch die gottversöhnte
Blaue Flut, die keine Welle schlägt.

Manches Mal beschattet sie die fahle,
Müde Landschaft zärtlich, muttermild,
Und des Sees grüne Spiegelschale
Trinkt begierig ihr entzückend Bild.

Jetzt von ihrem rötlichen Gestade
Fällt ein Leuchten in das tiefe Land,
Und ich ahne: eine hohe Gnade
Fasst noch heute meine Menschenhand.

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