Dichter:

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

Themen:

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

Alleinsein Einsamkeit Gedichte

Hans Aßmann Freiherr von Abschatz   (Allein-Alleinsein Gedichte)
Nur eine allein


Könnt ich der Sonnen Glanz in allen Augen finden
So wär ich auch vergnügt mit manchem Sternen-Strahl
Sie zeigten mir dein Bild alsSpiegel allzumal.
Weil aber Mond und Stern bei heller Sonn erblinden
So will ich auch mein Hertz an die alleine binden.

Soll denn mein Auge nur an einem Auge kleben
Viel tausend Lichter hegt des Himmels runder Kreis
Dass man den Unterscheid dabei zu lernen weiß:
Stets einerlei zu sehn/ kann kein Vergnügen geben.

Kein Monde gleichet sich dem hellen Sonnen-Lichte
Für tausend Sternen hat ihr Glanz und Schein den Preis.
Weil/ außer Cloris/ ich nun keine Sonne weiß
Verehr ich auch allein ihr schönes Angesichte.

Ferdinand Freiligrath   (Allein-Alleinsein Gedichte)
Der Auswanderer


Allein, allein! - und so will ich genesen?
Allein, allein! - und das der Wildnis Segen!
Allein, allein! - o Gott ein einzig Wesen,
Um dieses Haupt an seine Brust zu legen!

In meinem Dünkel hab ich mich vermessen:
"Ich will sie meiden, die mein Treiben schelten.
Mir selbst genug, will ich dieses Volk vergessen;
Fahr hin, o Welt - im Herzen trag ich Welten!"

Ein einzig Jahr hat meinen Stolz gebrochen;
Mein Herz ist einsam, und mein Aug ist trübe.
Es reut mich, was frevelnd ich gesprochen;
Dem Hass entfloh ich, aber auch der Liebe.

Allein, allein! - und so will ich genesen?
Allein, allein! - und das der Wildnis Segen?
Allein, allein! - o Gott ein einzig Wesen,
Um dieses Haupt an seine Brust zu legen!

Max Dauthendey   (Gedichte über Alleinsein)
Ich liege wie von Einsamkeit betrunken

Ich liege wie von Einsamkeit betrunken,
Die Ufer aller Welt sind rings versunken.
Ich sehe kaum hinaus vor meine Tür,
Das Draußen ich noch kaum am Leibe spür'.

Ich höre nur die Sehnsucht suchend streichen
Und auf den Zehen durch die Zimmer schleichen,
Sie kann durchs Ferne und durchs Nahe gehen
Und lässt nicht einen Augenblick still stehen.

Sie muss mit Raubtiernüstern unstet wittern
Und reibt sich ruhelos an harten Gittern.
Ich seh' ihr Auge um mich mordend funkeln
Und spür' noch ihren Hungergang im Dunkeln.

Liebesgedicht - Sommergedichte - Herbstgedichte - Weihnachtsgedichte

top