Dichter:

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

Themen:

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Sonne Gedichte

Theodor Storm (Sonne Gedichte)
Mit einer Handlaterne


Laterne, Laterne!
Sonne, Mond und Sterne,
Die doch sonst am Himmel stehn,
Lassen heut sich nimmer sehn;
Zwischen Wasserreih und Schloss
Ist die Finsternis so groß,
Gegen Löwen rennt man an,
Die man nicht erkennen kann!
Kleine freundliche Latern',
Sei du Sonne nun und Stern:
Sei noch oft der Lichtgenoss
Zwischen Wasserreih und Schloss
Oder - dies ist einerlei -
Zwischen Schloss und Wasserreih!

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Hoffmann von Fallersleben     (Regengedichte)
Beim Regen


Liebe Sonne, scheine wieder,
Schein' die düstern Wolken nieder!
Komm mit deinem goldnen Strahl
Wieder über Berg und Tal!

Trockne ab auf allen Wegen
Überall den alten Regen!
Liebe Sonne, lass dich sehn,
Dass wir können spielen gehn!

Heinrich Heine (Blumengedichte)
Es schauen die Blumen alle


Es schauen die Blumen alle
Zur leuchtenden Sonne hinauf;
Es nehmen die Ströme alle
Zum leuchtenden Meere den Lauf.

Es flattern die Lieder alle
Zu meinem leuchtenden Lieb
Nehmt mit meine Tränen und Seufzer,
Ihr Lieder, wehmütig und trüb!

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Theodor Fontane     (Gedichte über Tageszeiten)
Mittag


Am Waldessaume träumt die Föhre,
Am Himmel weiße Wölkchen nur;
Es ist so still, dass ich sie höre,
Die tiefe Stille der Natur.

Rings Sonnenschein auf Wies' und Wegen,
Die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach,
Und doch, es klingt, als ström' ein Regen
Leis' tönend auf das Blätterdach.

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Christian Parisius    (Kurze Liebesgedichte)
Regen Gedicht


Regentropfen nehmen deine Tränen mit
küssen und sie streicheln dich
berühren auch das Herz
wie der Wind und sanfter Schmerz

Liebevoll im Sonnenstrahl
funkeln diese Tropfen
geben dir Geborgenheit
und eine kleine Zärtlichkeit

Christian Morgenstern     (Herbstgedichte)
Herbst Gedichte


Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab.

Bald sinkt's von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu -
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.

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Annette von Droste-Hülshoff
Der Frühling ist die schönste Zeit


Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.
Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

Frühlingsgedichte - Sommergedichte - Herbstgedichte - Weihnachtsgedichte

Levrai     (Sommer- Nordseegedichte)
Sommer


Taschen voller Kieselsteine
Quallen Seetang
Sonnenwind über hügeligen Weizenfeldern
bis uns nicht nur Blicke banden
übende Zeitflechten wanden
zarte Blätter zwischen uns auf Stellen
die keine Sonne sahen

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Joseph von Eichendorff    (Gedichte Liebe)
Mandolinen Lied (Wenn die Sonne lieblich schiene)


Wenn die Sonne lieblich schiene,
Wie in Welschland blau und lau,
Ging' ich mit der Mandoline
Durch die überglänzte Au.

In der Nacht dann Liebchen lauschte
An dem Fenster, süßverwacht,
Wünschte mir und ihr, uns beiden
Heimlich eine schöne Nacht.

Wenn die Sonne lieblich schiene
Wie in Welschland lau und blau,
Ging ich mit der Mandoline
Durch die überglänzte Au.

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Levrai     (Kurze Herbstgedichte)
Herbst


Letztes Rot
Im Frühjahr verschwiegener Früchte
Verloren

Entrindet, Regen wäscht das Blut
Verkrustet Wind und Boden
Sinkt Sonnenlicht dem Herbst entgegen

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Levrai     (Sommergedichte)
Sommer


Taschen voller Kieselsteine
Quallen Seetang
Sonnenwind über hügeligen Weizenfeldern
bis uns nicht nur Blicke banden
übende Zeitflechten wanden
zarte Blätter zwischen uns auf Stellen
die keine Sonne sahen

Frühlingsgedichte - Sommergedichte - Herbstgedichte - Weihnachtsgedichte

Levrai     (Kurze Sommergedichte)
sommerbleiche


sonne leckte über den horizont
am morgen tropfte leim verletzter reben
mittags dörrte gras
in unzähmbarer sonne
abends ausgeblichen
schlichen säumige glichen
der zerflimmernden scheibe
könige der nacht
erst dann

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Clara Roselli    (Liebesgedichte)
Wär ich der Wind


Wär' ich der Wind
Der sanft dich umspielt
Wär' ich die Sonne
Die Wacht bei Dir hielt
Und wär' ich der Mond
Der nachts bei Dir wohnt
Dann wär' ich so glücklich
befreit wie ein Kind

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Clara Roselli   (Liebesgedichte)
Zeit für eine letzte Zeile.


Hätte dich gerne noch
in den Arm genommen
deinen Hals geküsst
die Lippen berührt,
mit dir über den Tag gesprochen,
wäre mit dir spazieren gegangen
Es ist gut, was ich da sehe,
sagt die Sonne
mit euch zwei, ich hab' so viel gesehen
und das ist bestimmt gut.

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Clara Roselli    (Liebesgedichte)
Zeit für eine allerletzte Zeile


Mit geschlossenen Augen
in alte Tage gedrungen
deine Stimme getroffen

Minuten gelebt - und
warme Haut gesehen
muss doch schnell
von dir gehen

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Christian Morgenstern
Sonnenuntergang


Am Untersaum
des Wolkenvorhangs
hängt der Sonne
purpurne Kugel.
Langsam zieht ihn
die goldene Last
zur Erde nieder,
bis die bunten Falten
das rotaufzuckende Grau
des Meeres berühren.

Ausgerollt ist
der gewaltige Vorhang.
Der tiefblaue Grund,
unten mit leuchtenden Farben
breit gedeckt,
bricht darüber
in mächtiger Fläche hervor,
karg mit verrötenden
Wolkengirlanden durchrankt
und mit silbernen Sternchen
glitzernd durchsät.
Aus schimmernden Punkten
schau ich das Bild
einer ruhenden Sphinx
kunstvoll gestickt.

Eine Ankerkugel,
liegt die Sonne im Meer.
Das eintauchende Tuch,
schwer von der Nässe,
dehnt sich hinein in die Flut.
Die Farben blassen,
mählig verwaschen.
Und bald strahlt
vom Himmel zur Erde
nur noch
der tiefe, satte Ton
blauschwarzer Seide.

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Levrai     (Garten Gedichte)
Gartenfenster


Ein laubstaubsauger schleiert seinen schall
zittert im Fensterübergang
betörend benzinwolkenduftend in
nachbarschaftsgrenzender streifung
sonnenausgeleuchtet
spätnachmittagliche Unruhe
dann ist die Sonne aus
Sterne sind aus
kein mond

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